Porträt des Monats: Helena, Musiklehrerin am Konservatorium von Luxemburg hat alle ihre Leidenschaften in einem Beruf vereint

Nora Kussmannavatar

Am 06/04/2023, von Nora Kussmann veröffentlicht

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Heute wird es laut in unserem Porträt des Monats! Zumindest, wenn man sich die Jobbeschreibung von Helena, 34, Musiklehrerin am Konservatorium von Luxemburg, ansieht. Sie unterrichtet, gibt Workshops für Kinder und Erwachsene, und dabei vergeht kaum ein Tag in ihrem Leben, an dem sie nicht von Musik umgeben ist. Und anders könnte sie es sich auch nicht vorstellen!


Helena wuchs in einer sehr musikalischen Familie auf und begann bereits früh mit dem Geige- und Klavierspielen. Obwohl ihr das Musizieren Spaß machte, entschied sie sich gegen eine Karriere als Berufsmusikerin und für ein Studium der Musikpädagogik.

"Mein Lieblingsspiel als Kind war es, ‚Lehrerin‘ für meine vier Geschwister zu spielen. Obwohl Lehrerin zu werden nicht mein erster Gedanke war, fühlte es sich sehr natürlich an.“


Nachdem sie in Belgien sowohl ihren Bachelor als auch ihren Master in Musikpädagogik beendet hatte, begann sie direkt zu arbeiten. Anders als man vielleicht erwarten würde, arbeitete sie jedoch nicht in einer Schule, sondern in einer Kindertagesstätte. Als Musik-Erzieherin half sie Kindern im Alter von bis zu einem Jahr, die Vielfalt der Musik zu entdecken.


"Anfangs war ich sehr skeptisch, aber es ist wirklich unglaublich zu sehen, wie bereits sehr junge Babys auf Klänge reagieren."


Obwohl ihr die Arbeit gefiel, wollte sie sich bald einen anderen Wunsch erfüllen: "Ich hatte den Traum, die Welt ein wenig zu entdecken, aber da ich nach dem Studium sofort ins Arbeitsleben gestartet bin, war das nicht möglich. Nach einem Jahr im Job habe ich mir dann aber gesagt: Jetzt will ich ins Ausland gehen."


Kulturen durch Musik entdecken


Helena führte es für ihre Reise nach Uganda. Dort fand sie einen Weg, ihr Interesse an verschiedenen Kulturen mit ihren beiden Leidenschaften, der Musik und dem Unterrichten, zu verbinden. Als sie eine Musikschule besuchte, wurde sie gefragt, ob sie Interesse hätte, den Schülern das Lesen und Schreiben von Noten beizubringen.


Sie sagte zu, aber zunächst war die Erfahrung nicht ohne Herausforderungen für sie: "Ich ging dorthin und wollte unterrichten, aber wir hatten kein Instrument zur Verfügung, keinen Strom. Wir hatten ein dunkles Klassenzimmer, mit einer Tafel."


In den drei Monaten, die sie an der Musikschule unterrichtete, hat sie sich persönlich und beruflich weiterentwickelt und fühlt noch immer großen Respekt der Kultur und ihren Schülern gegenüber:

"Ich hoffe, sie haben etwas von mir gelernt, denn ich weiß, dass ich viel von ihnen gelernt habe. Sie hatten nicht mein musikalisches Wissen, aber sie waren mehr Musiker als ich."


Neue Herausforderungen in Luxemburg


Obwohl das Konservatorium von Luxemburg für sie "wie ein zweites Zuhause" ist, musste sie dennoch einiges Neues erlernen, als sie dort als Musiklehrerin zu arbeiten begann. Als die erste Klasse, die ihr zugeteilt wurde, nur aus Erwachsenen bestand, war sie zunächst unsicher, ob sie das schaffen würde.


"Da ich zuvor nur Kinder unterrichtet hatte, war es eine echte Herausforderung, Personen zu unterrichten, die älter sind als ich. Aber jetzt funktioniert es richtig gut."


Die größte Herausforderung bei ihrer Arbeit in Luxemburg war jedoch die Sprache. Da sie die ersten fünfzehn Jahre ihres Lebens in Spanien aufgewachsen ist, sind weder Französisch noch Luxemburgisch ihre Muttersprachen. Während sie während ihres Studiums in Belgien ihre Französischkenntnisse erheblich verbessern konnte, hatte sie mit dem Unterrichten in Luxemburgisch zu kämpfen:


"Es ist schwieriger, sich vor einer Klasse wohlzufühlen und alle ihre Fragen zu verstehen. Wenn ich eine Klasse auf Luxemburgisch vorbereite, tue ich das 100% detaillierter als für meine anderen Klassen. Ich stelle mir alle Fragen, die ein Kind zu diesem Thema haben könnte, und lerne das gesamte Vokabular."


In ihrem ersten Jahr im Job war sie sich nicht sicher, ob sie diese Herausforderung annehmen sollte, aber heute zählt sie es als eine ihrer bereichernsten Erfahrungen:


"Am Anfang hatte ich Angst, aber jetzt liebe ich es auf Luxemburgisch zu unterrichten. Ich lerne viel von meinen Schülern, denn die Kinder sind ehrlich, sie sagen dir direkt, wenn du einen Fehler gemacht hast. Meine luxemburgischen Klassen sind die, in dem ich am meisten lerne und mich am meisten mit meinen Schülern austausche."


Nach fünf Jahren als Lehrerin am Konservatorium von Luxemburg ist ihre Liebe zu ihrem Beruf immer noch so stark wie am ersten Tag: 

"Es ist mehr als nur das Unterrichten von Noten und Musiktheorie, denn wir können auch viel gemeinsam organisieren, wie etwa Konzerte. Mein Ziel ist es, ihr Interesse zu wecken, neue Instrumente und verschiedene Musikstile zu entdecken, nicht nur klassische Musik, sondern auch Jazz, Volksmusik oder sogar Barockmusik."


Wussten Sie, dass Luxemburg das erste europäische Land ist, das kostenlosen Musikunterricht für Kinder eingeführt hat, um diese bei ihrem musikalischen Werdegang zu unterstützen?


Eine Liebe für die Vielfalt


Neben dem großen kulturellen Angebot in Luxemburg schätzt sie auch die Vielfalt des Landes, die es ihr ermöglicht, neue Kulturen zu entdecken, ohne zu reisen:

"Hier kann ich Menschen verschiedener Nationalitäten treffen. Ich liebe es, neue Kulturen kennenzulernen, und das ist etwas, was ich hier in Luxemburg finden kann."


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