Die Stadt Luxemburg steckt voller Arbeitsmöglichkeiten und Unternehmen aller Art. Doch wo befinden sich die wichtigsten Geschäftsviertel der Hauptstadt?
Kirchberg, das wichtigste Geschäftsviertel
Spricht man von „Business-Vierteln“, führt kein Weg am Kirchberg vorbei. Das Viertel erkennt man an seinen hohen, modernen Gebäuden, die durch eine 3,5 km lange Hauptstraße getrennt sind. Kirchberg ist sehr weitläufig, hat jedoch eine vergleichsweise geringe Einwohnerdichte. Dafür ist die Konzentration an Arbeitsplätzen enorm hoch.
Im Jahr 2020 lebten hier etwa 3.500 Menschen, während rund 44.000 Arbeitsplätze vorhanden waren. Das bedeutet, dass es mehr als zehnmal so viele Arbeitsplätze wie Einwohner gibt und Kirchberg damit das wichtigste Geschäftsviertel Luxemburgs ist.
Die Stadt möchte das Viertel jedoch lebenswerter gestalten, indem die Zahl der Einwohner schneller steigt als die Zahl der Arbeitsplätze. Bis 2035 ist ein Anstieg der Einwohnerzahl um 243 % geplant, während die Arbeitsplätze nur um 34 % zunehmen sollen. Große Immobilienprojekte sollen mehr Menschen anziehen, um in Kirchberg nicht nur junge Berufstätige anzusiedeln, sondern das Viertel insgesamt vielfältiger zu machen.
Luxemburg-Stadt plant außerdem, mehr Fußgängerzonen zu schaffen und Geschäfte abseits des Boulevard John Fitzgerald Kennedy anzusiedeln, also weiter weg von den Büros. Sport- und Kultureinrichtungen wie die Philharmonie, das MUDAM oder die Coque tragen ebenfalls dazu bei, dass Kirchberg auch außerhalb der Arbeitszeiten lebendig bleibt.

Kirchberg © Luxembourg City Tourist Office
Das Viertel Gare (Bahnhof)
Als wichtiger Verkehrsknotenpunkt (90.000 Passagiere täglich im Jahr 2023 laut der CFL) ist der Hauptbahnhof von Luxemburg das Zentrum des luxemburgischen Verkehrsnetzes. Züge, Straßenbahnen und Busse, alle Verkehrsmittel des Landes treffen hier zusammen. Das macht das Viertel zu einem strategisch interessanten Standort für Unternehmen. Der Stadtteil zählte im Jahr 2020 etwa 11.000 Einwohner und 22.000 Arbeitsplätze, also fast doppelt so viele. Das Bahnhofsviertel ist lebendig, ständig in Bewegung und ein Treffpunkt für Verkehrsteilnehmer, Arbeitnehmer, Einwohner und Kunden seiner zahlreichen Geschäfte.
Das Bahnhofsviertel liegt im Herzen des Arbeitsmarktes Luxemburgs. Hier befindet sich übrigens auch der Sitz von Moovijob.com! 😉

Luxemburg Bahnhof © Luxembourg City Tourist Office
Ville Haute, das Herz von Luxemburg
Die Ville Haute liegt mitten im Zentrum und ist das historische Viertel der Stadt. Es konzentriert viele Arbeitsplätze, hat aber nur wenige Einwohner. Wohnraum ist hier rar und teuer. 2020 gab es 27.081 Arbeitsplätze für 3.444 Einwohner. Bis 2035 wird ein Anstieg der Einwohnerzahl um 16 % und der Arbeitsplätze um 9 % erwartet.
Die meisten Arbeitsplätze im Zentrum hängen mit den Geschäften und Restaurants zusammen, die das Viertel lebendig machen. Es ist ein beliebter Treffpunkt für Luxemburger und Grenzgänger zum Einkaufen.
Einige Unternehmen haben hier Büros, dennoch kann man Ville Haute kaum als „Geschäftsviertel“ bezeichnen, da die Arbeitsplatzdichte im Vergleich zu Kirchberg oder Gare deutlich geringer ist.

Ville Haute © Luxembourg City Tourist Office
Die Viertel mit dem größten Entwicklungspotenzial bis 2035
Die Stadt Luxemburg hat eine Prognose zur Entwicklung der Einwohner- und Beschäftigtenzahlen bis 2035 erstellt, anhand derer sich abschätzen lässt, welche Stadtteile sich voraussichtlich am stärksten verändern werden.
Neben dem Kirchberg dürfte auch das Viertel Neudorf/Weimershof seinem Nachbarn in Sachen Entwicklung folgen, allerdings wird hier eher die Zahl der Arbeitsplätze steigen. Die Stadt rechnet mit einem Anstieg der Einwohnerzahl um 49 %, gegenüber 88 % bei den Arbeitsplätzen. Da der Neudorf direkt neben dem Kirchberg und seinen zahlreichen Büros liegt, ist es naheliegend, dass sich dort Unternehmen ansiedeln werden. Die Entwicklung des Stadtteils wird insbesondere durch den Bau einer Fußgängerbrücke zwischen dem Stadtteil Cents und dem Stadtteil Kirchberg (Neudorf liegt zwischen diesen beiden Stadtteilen) bis 2028 vorangetrieben. Diese wird die sanfte Mobilität in diesem Bereich erleichtern und diese Stadtteile miteinander verbinden, wodurch sie attraktiver werden.

Das Projekt für den Aufzug der Fußgängerbrücke © Ville de Luxembourg
Auch das Viertel Hollerich dürfte sich in den nächsten Jahren stark entwickeln. Die Stadt rechnet mit einer Verdopplung der Einwohnerzahl und einem Anstieg der Arbeitsplätze um 71 %. Dies fällt mit dem Projekt „Nei Hollerich” zusammen, dessen Ziel es ist, ein komplettes Viertel mit Wohnungen, Geschäften und öffentlichen Räumen wie einem Park zu errichten. Die Regierung möchte es zu einem „vollwertigen Wohn- und Arbeitsviertel” machen, was auch durch die Anbindung des Viertels an die Straßenbahn erleichtert wird. Durch seine Nähe zum Bahnhof und zur Oberstadt könnte Hollerich für bestimmte Unternehmen, die sich dort ansiedeln könnten, sehr attraktiv sein.

Das zukünftige Viertel Nei Hollerich © GIE Nei Hollerich
Neben Hollerich wird sich auch das Viertel Cessange in den nächsten zehn Jahren zweifellos stark verändern. Es handelt sich um ein recht ruhiges Wohnviertel, dessen Lebensqualität von seinen Bewohnern mit 94 von 100 Punkten bewertet wurde. Die Stadt Luxemburg rechnet damit, dass sich die Einwohnerzahl des Stadtteils in zehn Jahren verdoppeln und fast 2.000 neue Arbeitsplätze entstehen werden. Wie in Hollerich wird auch hier eine Straßenbahnlinie gebaut, was die Mobilität weiter verbessern und den Stadtteil zu mehr als einem reinen Wohnviertel machen wird.

Eine der zahlreichen Grünflächen im Stadtteil Cessange © Luxembourg City Tourist Office
Auf dem Weg zu einer Abwanderung in die Außenbezirke?
Da die Regierung kürzlich ihren Plan zum Ausbau des Straßenbahnnetzes bekannt gegeben hat, werden neue Städte besser an die Hauptstadt angebunden und mit öffentlichen Verkehrsmitteln besser erreichbar sein. Einige Unternehmen und Arbeitnehmer könnten daher einen Umzug in Betracht ziehen, wodurch sich neue Interessen entwickeln könnten.
Dies wird insbesondere für das bereits sehr beliebte Belval gelten, dessen Attraktivität durch die direkte Straßenbahnverbindung noch gesteigert werden könnte. Andere Städte wie Foetz oder Pontpierre könnten infolge dieser Veränderungen zahlreiche Unternehmen anziehen. Die Unternehmen werden mehr Auswahlmöglichkeiten als bisher hinsichtlich der Ansiedlung ihrer Standorte haben, und Luxemburg wird für Arbeitnehmer umso attraktiver werden.


Der Entwicklungsplan für Einwohner und Arbeitsplätze der Stadt Luxemburg © Ville de Luxembourg
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