Die künstliche Intelligenz entwickelt sich extrem schnell und verändert sowohl unseren Alltag als auch unser Berufsleben. Laut einer von Moovijob.com durchgeführten Umfrage geben 46 % der Arbeitnehmer an, dass sie befürchten, ihr Job könnte durch KI ersetzt werden. Doch wie sieht die Realität wirklich aus?
Eine allgegenwärtige und unvermeidbare Entwicklung
Es ist kaum zu übersehen: KI ist überall. Sie entwickelt sich täglich weiter, ständig entstehen neue mehr oder weniger nützliche Anwendungen, und sowohl im privaten Leben als auch im Berufsalltag wird sie immer häufiger genutzt. Ob Sie sich schon einmal ein Rezept aus den Resten in Ihrem Kühlschrank generieren lassen oder eine E-Mail an Ihr gesamtes Team formulieren lassen haben, hatten Sie bestimmt einen guten Grund, sie zu nutzen!
KI ermöglicht es uns allen, bestimmte Aufgaben schneller zu erledigen, insbesondere im Job. Sie wird unser Leben nachhaltig verändern. Deshalb ist es wichtig, sie effizient einzusetzen, aber sie nicht zu überstrapazieren. Eigenständiges Denken und Recherchieren bleiben essenziell, denn sonst besteht die Gefahr, zu abhängig zu werden und dass unsere Arbeit an Individualität und Qualität verliert.
Fast die Hälfte der Arbeitnehmer ist besorgt
Laut der jüngsten Umfrage von Moovijob.com geben 46 % der Arbeitnehmer in Luxemburg an, besorgt zu sein, dass KI ihren Job ersetzen könnte. Diese Zahl ist aussagekräftig und angesichts der rasanten Entwicklung der KI durchaus nachvollziehbar. Niemand weiß genau, wie weit diese Technologien morgen gehen werden oder welchen Einfluss sie auf den Arbeitsmarkt haben könnten.
Dennoch geben mehrere Befragte an, keine Angst zu haben, ersetzt zu werden. Das gilt insbesondere für handwerkliche Berufe in Branchen wie dem Bauwesen oder der Gastronomie.
Auch eine Betreuerin und Lehrerin für Kinder ist dieser Meinung: „Ich glaube, dass mein Beruf als Betreuerin niemals ersetzt wird, denn für die Betreuung von Kindern braucht es einen Menschen. Beim Unterrichten sehe ich das ähnlich: Selbst mit Tools wie ChatGPT bevorzugen Kinder eine echte Person, die ihnen Dinge erklärt.“
Ist Ihr Job gefährdet?
Laut einer im Juni 2024 veröffentlichten Studie der Implement Consulting Group könnten 6 % der Arbeitsplätze in Luxemburg durch KI ersetzt werden. Besonders betroffen sind unter anderem Übersetzer, Mitarbeitende in Callcentern sowie administratives Unterstützungspersonal. Das ist zwar ein signifikanter Anteil, könnte jedoch teilweise durch neue Jobs ausgeglichen werden, die durch KI entstehen. Zudem zeigt die Studie, dass 72 % der Arbeitsplätze transformiert werden könnten. Das ist ein enormer Anteil und bedeutet, dass sich viele Arbeitnehmer weiterbilden müssen, um KI sinnvoll in ihren Arbeitsalltag zu integrieren. Die verbleibenden 22 % werden ebenfalls betroffen sein, allerdings eher geringfügig und ohne tiefgreifende Veränderungen.
Der Global Entrepreneurship Monitor (GEM) Luxemburg hat zudem eine Studie veröffentlicht, laut der 68 % der TEA-Unternehmer (1) im Großherzogtum davon ausgehen, dass KI die Produktivität und Effizienz steigern kann. Dieser Wert ist der höchste in Europa und zeigt, dass junge Unternehmen stark auf KI setzen. Für Arbeitnehmer wird es daher entscheidend sein, diese Technologien zu beherrschen, um ihre Effizienz und Beschäftigungsfähigkeit zu steigern.

Quelle: GEM 2024/2025 - Anteil der Unternehmer, die angeben, dass KI die Produktivität und Effizienz verbessern kann (% der TEA).
Eine Studie des Luxembourg Institute of Socio-Economic Research (LISER) zeigt außerdem, dass Luxemburg das Land ist, in dem Unternehmen in der Großregion am häufigsten KI einsetzen. So geben 23 % der luxemburgischen Unternehmen an, KI zu nutzen, im Vergleich zu 16 % in Deutschland, 10 % in Frankreich und 8 % in Belgien. Ein Grund dafür ist insbesondere die starke Präsenz von Finanzunternehmen im Land, die diesen Wert deutlich nach oben treiben.
Eine Befragte aus der Fintech-Branche bestätigt: „Ich bin überzeugt, dass KI künftig eine wichtige Rolle in meinem Beruf spielen wird. Wir werden bereits heute dazu ermutigt, sie in unsere tägliche Arbeit zu integrieren. Dennoch glaube ich nicht, dass sie jemals 100 % meiner Aufgaben oder die meiner Kollegen übernehmen wird.“

Quelle: LISER - Entwicklung des Anteils der Unternehmen, die zwischen 2016 und 2024 KI nutzen, in der Großregion.
Ein weiterer Befragter aus der Unternehmensberatung äußert sich zur Implementierung von KI: „Ich rate Unternehmensleitungen, KI als Ergänzung zu nutzen, zum Beispiel statt eines Teams von 10 Personen lieber fünf Zweierteams einzusetzen, die von KI unterstützt werden. Wirtschaftlich mag es verlockend sein, Personal zu reduzieren, aber das führt oft zu einem erheblichen Wissensverlust. Deshalb empfehle ich, flexibel zu bleiben und viel auszuprobieren, denn niemand weiß, wie sich das Geschäft in Zukunft entwickeln wird.“
Der Ansatz der Regierung
Die luxemburgische Regierung hat im Mai 2025 einen Plan für 2030 veröffentlicht, der ihre Strategie im Bereich künstliche Intelligenz festlegt. Darin betont sie den „Menschen im Mittelpunkt“. Ziel ist es, vertrauenswürdige, sichere und verantwortungsvolle KI-Systeme zu entwickeln. Ein weiterer Fokus liegt auf der nachhaltigen Energienutzung, um die Umweltauswirkungen von KI langfristig zu begrenzen. Gleichzeitig soll KI auch gezielt in Projekten im Bereich der nachhaltigen Entwicklung eingesetzt werden. Die Strategie umfasst unter anderem Initiativen in den Bereichen Medizin, Bildung und Weltraumforschung.
Darüber hinaus hat die Regierung kürzlich die Kampagne AI4Lux gestartet, mit dem Ziel, die Entwicklung von KI im Großherzogtum voranzutreiben. Im Rahmen dieser Initiative wurde auch eine Partnerschaft mit dem französischen Unternehmen Mistral AI geschlossen, um Luxemburg als einen der führenden KI-Standorte in Europa zu positionieren.
Im Hinblick auf den Arbeitsmarkt hat die ADEM (Agentur für Arbeit) neue Weiterbildungen im Bereich KI eingeführt, um die Kompetenzen von Arbeitssuchenden anzupassen und ihre Beschäftigungsfähigkeit zu stärken. Dazu gehört unter anderem das Projekt Skills4Job, das in den letzten drei Jahren bereits mehr als 500 Personen begleitet hat und kontinuierlich wächst. Zudem plant die ADEM, KI einzusetzen, um den Bedarf an Jobs und Kompetenzen im Land besser zu analysieren. Ziel ist es, potenzielle Arbeitsplatzverluste oder Veränderungen frühzeitig abzufedern und Arbeitslosigkeit zu vermeiden.
Auch Moovijob.com hat als erste Jobplattform in Luxemburg KI integriert, um Recruitern Zeit bei der Auswahl von Bewerbungen zu sparen.
Auch wenn KI für einige Berufe eine Bedrohung darstellt, bietet sie gleichzeitig enorme Chancen: Sie erleichtert zahlreiche Aufgaben und schafft sogar neue Jobs, die wir heute vielleicht noch gar nicht kennen. Es ist daher entscheidend, ihre Entwicklung genau zu verfolgen, sowohl für Unternehmen als auch für Arbeitnehmer, um eine nachhaltige Zukunft zu sichern.
Wenn Sie befürchten, ersetzt zu werden, finden Sie auf Moovijob.com ein Unternehmen, das Ihren Wert schätzt.
(1) Total early-stage Entrepreneurial Activity bedeutet den Anteil der erwachsenen Bevölkerung, die an der Gründung oder Leitung eines weniger als 3,5 Jahre alten Unternehmens beteiligt ist.