Für viele junge Menschen ist Arbeit heute längst keine Verpflichtung mehr, die ihr gesamtes Leben bestimmen soll. Natürlich muss man seinen Lebensunterhalt verdienen, daran führt kein Weg vorbei. Aber der Job sollte nicht die Oberhand über Freiheit, persönliche Erfahrungen und ein erfülltes Leben gewinnen.
Die Generation Z will sich nicht zwischen Karriere und Reisen entscheiden. Sie möchte die Arbeitswelt so gestalten, dass sie zu ihren eigenen Vorstellungen vom Leben passt. Und das ist völlig in Ordnung.
Aber wer ist diese Generation eigentlich und was will sie?
Zur Generation Z zählen Menschen, die zwischen 1997 und 2012 geboren wurden. Sie gilt als die erste Generation, die vollständig mit digitalen Technologien aufgewachsen ist. Selbstständig, anpassungsfähig und daran gewöhnt, sich Wissen eigenständig anzueignen, bewegt sie sich sicher in einer digitalen Welt. Gleichzeitig legt sie großen Wert auf Themen wie Vielfalt, Inklusion und Chancengleichheit.
Laut einer Studie von Great Place to Work aus dem Jahr 2025 sind 64 % der Befragten der Generation Z der Meinung, dass sie bei der Arbeit sie selbst sein können. Das ist für sie besonders wichtig. No need to „fake it until you make it“!
In Luxemburg macht die Generation Z bereits 13 % der Gesamtbevölkerung aus. Das entspricht rund 88.000 Menschen. Ihr Einfluss auf den Arbeitsmarkt dürfte in den kommenden Jahren weiter zunehmen (SLAY).
Ein aktuell viel diskutiertes Thema ist die Sichtweise dieser Generation auf die Arbeitswelt. Für sie besteht ein Job längst nicht mehr nur aus dem Gehalt. Junge Talente suchen vor allem Sinn in ihrer Tätigkeit und möchten einen konkreten Beitrag zu gesellschaftlichen oder ökologischen Herausforderungen leisten.
Laut einer Studie des Carson College of Business aus dem Jahr 2021 halten 75 % der Befragten eine gesunde Balance zwischen Berufs- und Privatleben für sehr wichtig. Gleichzeitig wünschen sich 70 %, für ein Unternehmen zu arbeiten, dessen Werte mit den eigenen übereinstimmen.
Im Gegensatz zu den verbreiteten Klischees, die Generation Z sei ständig am Bildschirm, faul oder sogar unfähig, ist sie keineswegs arbeitsscheu. Vielmehr wechseln junge Menschen den Arbeitgeber, wenn sie dort ein besseres Gleichgewicht zwischen Berufs- und Privatleben, ein angemessenes Gehalt oder sinnvollere Aufgaben finden.

POV: Wenn man der Generation Z sagt, dass sie faul ist.
Die Arbeitswelt der Generation Z
Im Berufsleben möchte die Generation Z vor allem durch ihre Aufgaben gefordert und motiviert werden. Sie sucht einen Job, in dem sie sich weiterentwickeln, Selbstvertrauen und Eigenständigkeit gewinnen und schnell Fortschritte machen kann. Kurz gesagt: jede Menge Green Flags.
Laut einer weltweiten Studie von Deloitte aus dem Jahr 2025 geben 68 % der Befragten der Generation Z an, mindestens einmal pro Woche neue Fähigkeiten zu entwickeln, um ihre Karriere voranzubringen. Unternehmen müssen daher neue Wege finden, um diese Generation zu gewinnen und langfristig für sich zu begeistern. Gehaltstransparenz und Flexibilität werden immer wichtiger. Viele junge Talente sind zudem der Meinung, dass ein regelmäßiger Arbeitgeberwechsel notwendig sein kann, um ein höheres Gehalt und interessantere berufliche Perspektiven zu finden.
Arbeiten bedeutet für die Generation Z auch nicht mehr zwangsläufig, jeden Tag am Schreibtisch zu sitzen. Stellenangebote mit Homeoffice-Möglichkeiten sowie Möglichkeiten zur beruflichen Mobilität oder Neuorientierung sind für die Generation Z besonders wichtig, damit der Job zu ihrem Leben und ihren beruflichen Zielen passt. Dank ihrer Offenheit für neue Möglichkeiten ist diese Generation eher bereit, regelmäßig die Branche oder den Beruf zu wechseln.
In Luxemburg ist der Arbeitsmarkt für junge Menschen besonders attraktiv. Auf Moovijob.com richten sich 35 % der ausgeschriebenen Stellen an Berufseinsteiger und Kandidaten mit erster Berufserfahrung.
Laut einem Bericht des Europäischen Zentrums für die Förderung der Berufsbildung dürfte die Beschäftigung dieser Bevölkerungsgruppe in Luxemburg in einer sich schnell wandelnden Arbeitswelt stärker wachsen als im EU-Durchschnitt und bis 2035 jährlich um mehr als 1,5 % zunehmen.

Die Generation Z beim Beantworten einer passiv-aggressiven E-Mail be like
Reisen für die Generation Z
Und dann gibt es da noch diesen Traum, der bei vielen immer wieder auftaucht: Reisen.
Heute ist es einfacher und zugänglicher denn je, ins Ausland zu gehen. Low Cost Fluggesellschaften haben neue Möglichkeiten geschaffen, die Welt zu entdecken, ohne dafür ein Vermögen ausgeben zu müssen. Auch Erfahrungen wie Erasmus sind inzwischen so weit verbreitet, dass es fast schon ungewöhnlich wirkt, wenn man ein solches Abenteuer nie ausprobiert hat.
Hinzu kommt der Einfluss der sozialen Medien. Wenn jemand online von seiner Reise erzählt oder beeindruckende Bilder teilt, entsteht schnell der Wunsch, selbst loszuziehen und die Welt zu entdecken. Laut einer Studie der Plattform SiteMinder geben 84 % der jungen Menschen der Generation Z an, dass Bewertungen und Inhalte, die sie in den sozialen Medien sehen, ihre Entscheidungen vor der Buchung einer Reise beeinflussen.
Für sie ist Reisen längst kein Luxus mehr, sondern fast schon ein natürlicher Bestandteil der persönlichen Entwicklung. Sie möchten neue Orte entdecken, andere Kulturen kennenlernen, Menschen treffen, gemeinsame Momente erleben und Erfahrungen sammeln, die sich vom Alltag unterscheiden.

Die Generation Z on her way die Arbeitswelt zu erobern.
Also: Reisen oder Arbeiten?
Arbeiten und Reisen sind heute längst keine Gegensätze mehr. Für die Generation Z geht es vielmehr darum, ein Gleichgewicht zwischen Karriere und Freiheit zu finden. Die gute Nachricht ist, dass es immer mehr Menschen gelingt, beides miteinander zu verbinden. Einige entscheiden sich dafür, Digital Nomads* zu werden, andere nutzen eine Geschäftsreise und verlängern ihren Aufenthalt, um die Reiseerfahrung zu genießen oder beschließen einfach, für einige Wochen oder Monate im Ausland zu leben, um neue Erfahrungen zu sammeln.
Sich an eine neue Umgebung anzupassen, kulturelle Offenheit zu entwickeln, selbstständiger zu werden oder eine neue Sprache zu lernen, zum Beispiel Englisch, das in bestimmten Branchen in Luxemburg besonders hilfreich sein kann, sind Erfahrungen, die auch beruflich einen echten Mehrwert bieten. Auslandserfahrungen werden zunehmend als Zeichen persönlicher und beruflicher Reife wahrgenommen. Auch unkonventionellere Lebensläufe werden in Luxemburg, einem Land, das für seine kulturelle Vielfalt bekannt ist, zunehmend geschätzt.
Für Arbeitgeber ist diese Generation häufig ein Spiegelbild einer Welt, die sich schnell verändert. Diese Generation ist einerseits ein wichtiger Treiber der Digitalisierung und nachhaltiger Strategien, stellt Unternehmen aber gleichzeitig vor die Herausforderung, junge Talente langfristig zu gewinnen und für sich zu begeistern.
Auch auf Moovijob.com ist dieser Trend deutlich zu erkennen. Stellenangebote mit flexiblen Arbeitsbedingungen und der Möglichkeit zum Homeoffice sind bei jungen Talenten besonders gefragt.
In Luxemburg zeichnet sich die Arbeitswelt durch eine hohe Flexibilität aus. Immer mehr Unternehmen bieten flexible Arbeitszeiten an, was den Arbeitsalltag verändert und es Beschäftigten ermöglicht, Beruf und Reisen besser miteinander zu verbinden. Einige Unternehmen gehen sogar noch einen Schritt weiter und bieten die Möglichkeit eines Sabbaticals. Dadurch können Mitarbeitende für mehrere Monate auf eigene Kosten verreisen, ohne ihr Arbeitsverhältnis aufgeben zu müssen. Gleichzeitig wissen sie, dass ihr Arbeitsplatz bei ihrer Rückkehr auf sie wartet.
Anne-Charlotte, 27 Jahre alt, hat sich dazu entschieden, ihre Karriere für acht Monate zu pausieren, um Südostasien zu entdecken. Die Entscheidung hatte sie bereits mehrere Jahre lang geplant und schließlich dank eines mit ihrem Arbeitgeber vereinbarten unbezahlten Urlaubs umgesetzt.
„Es gab eigentlich nichts, was mich davon abgehalten hätte. Ich hatte noch keine großen Verpflichtungen und dachte mir, dass es der richtige Zeitpunkt dafür wäre.“
Weit davon entfernt, einfach nur eine „Lücke“ im Lebenslauf zu sein, hat diese Erfahrung ihr dabei geholfen, Soft Skills zu entwickeln, die sie heute auch in ihrem Berufsleben einsetzt.
„Ich bin eher introvertiert, aber diese Reise hat mir beigebracht, auf andere Menschen zuzugehen. Ich denke, man sollte keine Angst davor haben, den Kontakt zu anderen zu suchen, egal ob mit Fremden auf Reisen oder im Berufsleben. Im schlimmsten Fall bekommt man ein Nein. Im besten Fall ergeben sich neue Möglichkeiten.“
Für Anne-Charlotte bedeutet Reisen nicht, auf ihre Karriere zu verzichten. Im Gegenteil, diese Auszeit hat ihr geholfen, noch klarer zu erkennen, was sie wirklich möchte.
„Die Reise hat meine Sicht auf die Arbeit nicht verändert, sondern vielmehr bestätigt. Ich liebe meinen Beruf, aber ich möchte ein Gleichgewicht zwischen meinem Berufs- und Privatleben bewahren.“
Unser Tipp an Arbeitgeber: Unternehmen, die solche persönlichen Projekte unterstützen, können damit junge Talente anziehen, ihre langfristige Bindung stärken und gleichzeitig auf die Bedürfnisse und Erwartungen der Generation Z eingehen.
Der Tipp von Anne Charlotte: Den perfekten Zeitpunkt für eine Reise gibt es nicht. Ob direkt nach dem Studium oder nach mehreren Jahren Berufserfahrung, entscheidend ist, den Moment zu wählen, der zur eigenen Lebenssituation passt. Vor allem sollte man sich nicht von der Angst davon abhalten lassen, ein Projekt zu verwirklichen, auf das man wirklich Lust hat.
Natürlich sollte man dabei auch realistisch bleiben. Nicht jedes Unternehmen kann ermöglichen, von überall auf der Welt aus zu arbeiten. Das hängt stark von der Größe des Unternehmens und der jeweiligen Branche ab. Im Gesundheitswesen oder im Baugewerbe beispielsweise sind die Möglichkeiten für Homeoffice und ortsunabhängiges Arbeiten, insbesondere bei Berufen, die direkt vor Ort ausgeübt werden, nach wie vor sehr begrenzt.
Sie sind Berufseinsteiger und auf der Suche nach einer Stelle in Luxemburg, die zu Ihnen und Ihren Vorstellungen passt?
Dann sollten Sie die wichtigste Jobmesse in Luxemburg für Profile mit bis zu 5 Jahren Berufserfahrung nicht verpassen: Unicareers.
*Ein Digital Nomad beziehungsweise digitaler Nomade ist eine Person, die digitale Technologien wie Computer und Internet nutzt, um ortsunabhängig zu arbeiten und gleichzeitig regelmäßig zu reisen.