Nonverbale Kommunikation ist manchmal wichtiger als Worte. Ihre Körpersprache sagt viel über Sie aus, und Recruiter nehmen das sehr genau wahr. Doch wie behält man seine Körpersprache im Griff, wenn im Vorstellungsgespräch Stress und Unvorhergesehenes dazukommen? Entdecken Sie unsere Tipps, um einen guten Eindruck zu hinterlassen, ohne auch nur ein Wort sagen zu müssen.
Einen guten ersten Eindruck hinterlassen
Der erste Kontakt mit dem Unternehmen findet statt, noch bevor das Gespräch offiziell beginnt. Der erste Blick, der erste Händedruck und sogar Ihre Haltung im Wartezimmer beeinflussen die Meinung, die sich Recruiter von Ihnen bilden.
Sobald Sie durch die Tür treten, sollten Sie lächeln. Das klingt selbstverständlich, ist aber entscheidend, um Offenheit und Selbstvertrauen zu zeigen. Achten Sie jedoch darauf, nicht übertrieben zu lächeln, denn es darf nicht künstlich wirken. Ein Lächeln ist ansteckend. Wenn Sie positiv auftreten, übertragen Sie diese Stimmung häufig auch auf Ihr Gegenüber. Beginnen Sie ruhig schon vor dem Eintreten, denn eine positive Grundhaltung ist der beste Start in jedes Gespräch.
Falls Sie im Wartezimmer Platz nehmen, achten Sie bereits dort auf Ihre Haltung. Lehnen Sie sich nicht schlaff zurück, bleiben Sie aufmerksam und beobachten Sie Ihre Umgebung. Es ist vor allem wichtig, auf Ihr Smartphone zu verzichten. Nutzen Sie diese letzten Minuten lieber, um Ihre wichtigsten Argumente noch einmal gedanklich durchzugehen und sich an Ihre Vorbereitung zu erinnern.
Dann folgt der Moment des Händedrucks bei der ersten Begegnung mit dem Recruiter. Es gilt, die richtige Balance zu finden, um einen festen Händedruck zu geben, ohne dabei zu grob zu sein. Mit diesem einfachen Gestus zeigen Sie Selbstbewusstsein. Ein feuchter oder schlaffer Händedruck kann hingegen Unsicherheit vermitteln. Vergessen Sie dabei nicht zu lächeln und Blickkontakt zu halten.
Das Wichtigste: Bleiben Sie authentisch. Spielen Sie keine Rolle, sondern bleiben Sie Sie selbst, entspannt, aber professionell!
Die richtige Haltung und Ausstrahlung
Neurolinguistisches Programmieren (NLP) wird von manchen Recruitern genutzt, um auch das wahrzunehmen, was nicht ausgesprochen wird. Viele Bewegungen, Haltungen und sprachliche Muster lassen sich im Rahmen solcher Ansätze interpretieren. Auch wenn es keine exakte Wissenschaft ist, vermitteln Ihre Haltung und Ihr Auftreten viele Informationen darüber, wie Sie sich im Moment fühlen. Deshalb lohnt es sich, bewusst darauf zu achten.
Verschränken Sie nicht die Arme. Das wirkt verschlossen und abwehrend, genau das Gegenteil von dem, was Sie im Gespräch zeigen möchten. Nutzen Sie Ihre Hände unterstützend beim Sprechen, jedoch ohne hektische oder übertriebene Bewegungen, da diese Nervosität signalisieren können. Sitzen Sie an einem Tisch, legen Sie Ihre Hände sichtbar darauf und vermeiden Sie es, sie darunter zu verstecken.
Wechseln Sie gelegentlich Ihre Position, um nicht steif oder angespannt zu wirken. Sie können auch die Spiegelstrategie anwenden, d. h. die Körperhaltung Ihres Gesprächspartners imitieren. Wichtig ist, nicht jede Bewegung sofort zu kopieren. Warten Sie einige Sekunden, bevor Sie eine ähnliche Position einnehmen. Wenn Ihr Gesprächspartner beispielsweise die Hände auf dem Tisch verschränkt, können Sie dies beim nächsten Redebeitrag ebenfalls tun. Achten Sie jedoch darauf, seine Gesten nicht nachzuahmen, wenn er eine eher verschlossene Haltung einnimmt. Versuchen Sie im Gegenteil, ihn dazu zu bewegen, seine Haltung zu ändern, indem Sie sich sehr offen zeigen.
Für mehr Stabilität empfiehlt es sich, beide Füße fest auf dem Boden zu verankern. Das vermittelt Sicherheit und kann helfen, Stress zu reduzieren.
Der Blickkontakt
Halten Sie Blickkontakt mit der Person oder den Personen, die Ihnen gegenüber sitzen, ohne dabei zu starren. Ein ausweichender oder ins Leere gerichteter Blick kann Unsicherheit oder Desinteresse signalisieren. Zudem schaut man häufig weg, wenn man sich unwohl fühlt, was Zweifel an der eigenen Glaubwürdigkeit wecken kann. Es mag einschüchternd sein, direkt in die Augen zu sehen, doch denken Sie daran, dass Recruiter auch nur Menschen sind. Wenn Sie eingeladen wurden, hat Ihr Profil überzeugt.
Blickkontakt bedeutet nicht, unbeweglich zu fixieren. Ihr Blick sollte lebendig und natürlich bleiben. Wenn mehrere Personen anwesend sind, wechseln Sie zwischen ihnen und stellen Sie beim Sprechen wie beim Zuhören Blickkontakt her.
Ein aufrechter Blick hilft zudem, Ihre Stimme klar nach vorne zu projizieren. Wer nach unten schaut, spricht automatisch leiser und weniger präsent.
Gesten, die Sie vermeiden sollten
Ihre Bewegungen spiegeln Ihre innere Haltung wider, und das ist im Gespräch entscheidend.
Ruckartige oder sehr schnelle Bewegungen deuten auf Nervosität hin. Ebenso können viele kleine, wiederholte Gesten Stress verraten. Vermeiden Sie es, sich häufig zu kratzen oder mit Gegenständen wie Stift oder Schmuck zu spielen. Bleiben Sie ruhig und selbstsicher, ohne dabei starr zu wirken. Kleine Positionswechsel sind völlig in Ordnung und zeigen, dass Sie sich wohlfühlen. Entscheidend ist, natürlich zu bleiben. Es ist nicht schlimm, nicht perfekt zu sein. Was zählt ist vor allem authentisch zu bleiben.
Zeigen Sie zudem Interesse an den Ausführungen Ihres Gegenübers, etwa durch leichtes Nicken oder eine aufmerksame Mimik.
Wenn Sie unsicher sind, nehmen Sie sich beim Beantworten fiktiver Fragen auf Video auf und simulieren Sie ein echtes Gespräch. Natürlich ist die Situation nicht identisch, da Sie entspannter sein werden, doch es hilft, ungünstige Gewohnheiten, Gesten oder sprachliche Ticks zu erkennen und zu korrigieren.
Auch Mikroexpressionen und unbewusste Reaktionen können mehr verraten, als Ihnen lieb ist. Wer sich beispielsweise plötzlich an der Nase kratzt oder sichtbar unruhig wird, reagiert oft auf einen sensiblen Punkt. Ebenso lässt sich Enttäuschung schnell im Gesicht ablesen. Wenn eine Aufgabenbeschreibung Sie nicht überzeugt, versuchen Sie dennoch professionell zu bleiben und Ihre Reaktion zu kontrollieren.
Nicolas, Sourcing & Campus Manager bei Moovijob.com, berichtet: „Kürzlich habe ich in einem Gespräch nach den Sprachkenntnissen einer Person gefragt. Sie kratzte sich an der Nase und ich merkte sofort, dass sie sich unwohl fühlte. Also ließ ich sie ein kurzes Diktat schreiben, und es waren Fehler enthalten.“
Zusammengefasst
✅ Gute Gewohnheiten:
- Lächeln
- Hände sichtbar auf dem Tisch oder Schreibtisch platzieren
- Dynamisch bleiben und gelegentlich die Haltung wechseln
- Authentisch sein und Persönlichkeit zeigen
- Aufmerksamkeit und Interesse signalisieren
- Beide Füße fest auf dem Boden halten
❌ Gewohnheiten, die Sie vermeiden sollten:
- Ausweichender Blick
- Zu lockere oder zu starre Körperhaltung
- Mit Schmuck, Haaren oder Stift spielen
- Arme verschränken
- Im Wartebereich das Smartphone benutzen
- Enttäuschung deutlich zeigen
- Zu schwacher oder feuchter Händedruck
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