Haben Sie Gemeinsamkeiten mit den erfolgreichsten Führungskräften?

Maëlle Pintoavatar

Am 09/06/2026, von Maëlle Pinto veröffentlicht

Couverture article blog (2)

Wir alle haben dieses Bild einer Führungskraft vor Augen: selbstbewusst, visionär, charismatisch, jemand, der Entscheidungen in wenigen Sekunden trifft und niemals zweifelt.


Doch wird man als Führungskraft geboren oder kann jeder diese Rolle übernehmen? Stimmt das Sprichwort „Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg“ wirklich? Oder braucht es dafür etwas ganz Besonderes?


Die Antwort lautet: Ja, es gibt gewisse Gemeinsamkeiten, allerdings nicht unbedingt die, die man erwarten würde...



Persönlichkeitseigenschaften, die man häufig bei Führungskräften findet


Man braucht keinen IQ von 200, aber man muss in der Lage sein, zu sagen: „Das ist der Weg, den wir gehen.“ Eine gute Führungskraft ist nicht diejenige, die am lautesten spricht, sondern diejenige, die andere voranbringt.


Zu den Eigenschaften, die man häufig bei erfolgreichen Führungskräften findet, gehören:


  • Eine klare Vision: Sie wissen, wohin sie wollen, und vor allem können sie es anderen verständlich vermitteln. 
  • Die Fähigkeit zu inspirieren und zu motivieren: Sie verwalten nicht nur, sondern treiben Entwicklungen voran. 
  • Zuhören und Kommunikation: Sie handeln nicht nach dem Prinzip „Ich entscheide alles allein“. 
  • Belastbarkeit und Resilienz: Sie können Rückschläge verkraften, ohne daran zu zerbrechen. 


Studien zu Persönlichkeit und Leadership zeigen, dass bestimmte Merkmale des sogenannten Big-Five-Modells häufig mit erfolgreicher Führung verbunden sind:


  • Extraversion: Ein Persönlichkeitsmerkmal, das durch eine Orientierung auf die Außenwelt gekennzeichnet ist;
  • Gewissenhaftigkeit: Die Tendenz, Selbstdisziplin, Organisation, Verantwortungsbewusstsein und Ausdauer zu zeigen;
  • Offenheit: Ein Persönlichkeitsmerkmal, das intellektuelle Neugier, Kreativität, Vorstellungskraft und die Offenheit für Neues widerspiegelt.


Big-Five-Modell


Kurz gesagt: Man muss kein Genie sein. Entscheidend ist, auch dann voranzugehen, wenn der Weg noch nicht vollkommen klar ist.



Hintergrund: Eliteuniversität oder Schule des Lebens?


Oft wird angenommen, dass Führungskräfte ausschließlich von renommierten Hochschulen kommen. Das trifft manchmal zu, ist aber längst keine Regel.


Viele Führungskräfte der Fortune-500-Unternehmen* haben tatsächlich an angesehenen Universitäten studiert. Das ist jedoch weder eine Erfolgsgarantie noch eine Voraussetzung. Steve Jobs, der ehemalige CEO von Apple, schloss sein Studium nie ab, und Mark Zuckerberg, CEO von Meta, verließ die Harvard University vorzeitig.


In den meisten Fällen ist es die praktische Erfahrung, die eine Führungskraft formt. Ein Abschluss kann Türen öffnen, doch ohne konkrete Erfahrungen wird es schwierig, echte Führungsqualitäten zu entwickeln.


Was bei erfolgreichen Führungskräften besonders häufig zu beobachten ist:


  • Prägende Erfahrungen (Praxis, Projekte, Start-ups oder Krisensituationen); 
  • Risikobereitschaft
  • Die Fähigkeit, schnell zu lernen und sich anzupassen;
  • Eine starke Ergebnisorientierung.


Studien aus dem Managementbereich, unter anderem von der Harvard Business Review oder McKinsey, zeigen, dass nicht die Abschlüsse den Unterschied machen, sondern was man daraus macht.



Äußere Merkmale und Wahrnehmung


Hier wird es besonders interessant. Denn Menschen beurteilen nicht nur Kompetenzen, sondern auch bestimmte Signale:


  • Körpergröße: Für manche gilt noch immer „größer = mehr Führungsqualitäten“. 
  • Charisma: Wird häufig mit Kompetenz verwechselt. 
  • Geschlecht: Noch heute werden viele Führungspositionen überwiegend von Männern besetzt. 
  • Attraktivität: Der sogenannte Beauty Bias* zeigt, dass das äußere Erscheinungsbild die Wahrnehmung von Führungspotenzial beeinflussen kann.


Führungsbezogene Wahrnehmungsvorurteile (ausführlichere Darstellung in der Bildergalerie am Ende des Artikels)


Mit anderen Worten: Ein Teil des Bildes der „perfekten Führungskraft“ beruht auf Vorurteilen und Wahrnehmungsverzerrungen. Diese Kriterien sagen jedoch nichts über die tatsächlichen Fähigkeiten einer Person aus.


Außerdem entspricht nicht jede erfolgreiche Führungskraft dem Klischee des charismatischen Visionärs. Tim Cook, CEO von Apple, wird beispielsweise oft als deutlich zurückhaltender und ruhiger beschrieben als sein Vorgänger.


Und zur Erinnerung: Attraktivität mag einige Türen öffnen, aber sie befähigt niemanden automatisch dazu, ein Team von 50 Personen erfolgreich zu führen.



Und was ist mit Astrologie? Eine verlässliche Quelle … oder doch nicht?


Seien wir ehrlich: Nein, Ihr Sternzeichen macht Sie nicht zu einer besseren Führungskraft. Unternehmen stellen keine Wassermänner oder Löwen ein; sie stellen Menschen ein.


Wer dennoch Spaß an solchen Themen hat, findet in verschiedenen Artikeln Hinweise darauf, dass Widder, Stier und Zwillinge besonders häufig unter Führungskräften vertreten sein sollen.


Zufall? Wahrscheinlich. Aber es ist auf jeden Fall eine nette Anekdote für das nächste Afterwork.



Ernsthaft betrachtet ist eine gute Führungskraft auch...


Nicht die Person, die alles weiß, sondern diejenige, die sagen kann: „Ich weiß es nicht, erklär es mir.“ Niemand besitzt grenzenloses Wissen. Der Unterschied besteht darin, dass gute Führungskräfte zuhören, lernen und ihr Handeln anpassen.


Nicht die Person, die alles selbst erledigt, sondern diejenige, die andere in Bewegung setzt. Wenn ein Team nicht vorankommt, liegt das Problem nicht immer beim Team. Führung ist vor allem eine Frage der Beziehungen zu anderen Menschen und nicht nur eine persönliche Eigenschaft.


Ein Produkt ihres Umfelds. Führung sieht in einem luxemburgischen Unternehmen anders aus als in einem amerikanischen. Der Kontext verändert alles. Sei es eine Krise, eine bestimmte Epoche oder die Unternehmenskultur.


Und manchmal reicht eine einzige Begegnung, ein Projekt oder eine Krise aus, um alles zu verändern. Führung entsteht durch Arbeit, Chancen, Entscheidungen, Begegnungen und manchmal auch durch Zufall.


Ein gutes Beispiel dafür ist Satya Nadella. Durch seinen Fokus auf Empathie und Zusammenarbeit hat er die Unternehmenskultur von Microsoft grundlegend verändert.


Satya Nadella, Steve Jobs, Mark Zuckerberg und Tim Cook.



Sie können Gemeinsamkeiten mit Führungskräften haben, ohne selbst eine zu sein


Man muss weder CEO noch Direktor/in noch Manager/in sein, um Führungsqualitäten zu besitzen. Eine Vision zu haben, andere zu motivieren oder Entscheidungen zu treffen, ist auch ohne offiziellen Titel möglich.


Viele Eigenschaften, die erfolgreiche Führungskräfte auszeichnen, finden sich ebenso bei:


  • Berufseinsteigern und Berufseinsteigerinnen;
  • Teams;
  • Freiberuflern und Freiberuflerinnen.


Leadership beginnt nicht mit einem Titel, sondern mit dem eigenen Verhalten.



Möchten Sie Ihre Führungskompetenzen weiterentwickeln?

Entdecken Sie auf Moovijob.com Hunderte von Weiterbildungen im Bereich Management und Leadership.



* Fortune 500: Rangliste der 500 größten US-amerikanischen Unternehmen nach Umsatz.

* Beauty Bias (auch Pretty Privilege oder Schönheitsprivileg): Bezeichnet das Phänomen, dass attraktiven Menschen häufiger positive soziale oder intellektuelle Eigenschaften zugeschrieben werden. Dadurch erhalten sie oftmals mehr Chancen, Nachsicht und positive Aufmerksamkeit als Personen, die als weniger attraktiv wahrgenommen werden.

In Bildern

Hat es Ihnen gefallen? Lassen Sie es uns wissen!

Teilen auf

1

Der Newsletter

Bleiben Sie stets über den Arbeitsmarkt in Luxemburg informiert und profitieren Sie von unseren praxisnahen Tipps!

Abmelden jederzeit möglich.