Den eigenen Weg mit Ikigai finden

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Am 04/12/2022, von Corentin Ritter veröffentlicht

photo ikigai

In jeder Lebensphase stehen wir immer wieder vor derselben Frage: Wie finden wir unseren Weg? Besonders seit dem Eintritt der Generation Z in den Arbeitsmarkt zeigt sich, dass Arbeitnehmer des 21. Jahrhunderts nicht mehr ausschließlich eine erfolgreiche und gut bezahlte Karriere anstreben. Vielmehr suchen sie nach Sinn, Erfüllung und Glück im Berufsleben. Ob Sie aktuell auf Jobsuche sind oder bereits berufstätig sind, wenn Sie auf diesen Artikel geklickt haben, beschäftigen Sie sich wahrscheinlich mit Ihrer Zukunft. Keine Sorge: Wir zeigen Ihnen einen bewährten Weg, um Ihre Berufung zu entdecken und die richtigen Entscheidungen für Ihren weiteren Lebensweg zu treffen.



Ikigai, die japanische Methode, um Ihre „Lebensaufgabe“ zu finden


Der Begriff Ikigai stammt aus dem Japanischen und lässt sich nicht eins zu eins übersetzen. Er setzt sich aus zwei Wörtern zusammen: „iki“, was Leben, Lebendigkeit und Lebensfreude bedeutet, und „gai“, was so viel wie „Wert“ oder „Bedeutung“ bedeutet. Zusammen beschreiben sie das, was man als den Sinn des Lebens oder die eigene Daseinsberechtigung bezeichnen könnte. Im Gegensatz zu einer klassischen Kompetenzanalyse oder Berufsberatung verfolgt Ikigai das Ziel, Ihnen zu einem erfüllten Leben zu verhelfen, sowohl beruflich als auch privat. Diese Methode gilt zudem als einer der Gründe für die hohe Lebenserwartung in Japan. Ein weiterer guter Anlass also, sie selbst auszuprobieren!




Wie beginnt man?


Zunächst sollten Sie sich bewusst Zeit nehmen. Suchen Sie sich einen ruhigen Ort, an dem Sie ungestört sind, und bringen Sie sich in eine offene und ehrliche Denkweise. Denn Ikigai kann Ihnen dabei helfen, Ihren persönlichen Lebenssinn zu entdecken. Deshalb lohnt es sich, die Methode ernsthaft und mit der nötigen Aufmerksamkeit anzuwenden.


Wie Sie bereits gesehen haben, besteht die Aufgabe darin, das oben dargestellte Diagramm auszufüllen. Unser Tipp ist, mit den vier äußeren Kreisen zu beginnen und sich anschließend zu den Überschneidungen vorzuarbeiten.


  • Was ich liebe


Der erste Kreis, und meist auch der einfachste, beschäftigt sich mit den Dingen, die Sie lieben. Hier notieren Sie alles, was Ihnen Freude bereitet, Sie begeistert oder glücklich macht. Das können Freizeitaktivitäten sein, die Sie gerne am Wochenende ausüben, etwa kreative Hobbys, Musik, Gespräche über Filme oder Videospiele. Ebenso können Sie Aspekte Ihrer Beziehungen zu anderen Menschen festhalten: Zuhören, Probleme lösen, Reisen organisieren, andere zum Lachen bringen und vieles mehr. Lassen Sie Ihren Gedanken freien Lauf.


Je mehr Dinge Sie aufschreiben, die Ihnen Freude bereiten, desto hilfreicher wird dies für die nächsten Schritte sein.


  • Worin ich gut bin


Nachdem Sie Ihre persönlichen Quellen der Freude identifiziert haben, geht es nun einen Schritt weiter. Im zweiten Kreis tragen Sie alles ein, worin Sie besonders gut sind. Denken Sie dabei an Tätigkeiten, die Sie regelmäßig ausüben und bei denen Sie sich sicher und kompetent fühlen. Dazu gehören auch Fähigkeiten, für die Sie von anderen geschätzt oder um Hilfe gebeten werden, beispielsweise Computerprobleme lösen, Preise verhandeln, handwerkliche Arbeiten ausführen, Mathematikaufgaben lösen, Projekte organisieren oder Menschen motivieren. Je umfangreicher Ihre Liste ist, desto mehr Ansatzpunkte ergeben sich für die weitere Reflexion.


  • Was die Welt braucht


Nun wenden Sie sich Ihren Idealen zu. Jeder Mensch hat eine Vorstellung davon, wie eine bessere Welt aussehen könnte. Um diesen Kreis auszufüllen, schließen Sie kurz die Augen und stellen Sie sich eine Welt vor, die Ihren Werten entspricht: Mehr Nachhaltigkeit, mehr Menschlichkeit, mehr Solidarität, weniger Egoismus und mehr Chancengleichheit. Überlegen Sie anschließend, welche Schritte notwendig wären, um diesem Ideal näherzukommen. Beispielsweise könnte eine Idee sein, dass Unternehmen umweltfreundlichere Produktionsmethoden entwickeln oder dass Bildung für alle besser zugänglich wird. Dieser Schritt mag zunächst etwas idealistisch wirken, ist jedoch entscheidend. Denn er hilft Ihnen dabei, herauszufinden, was Sie wirklich motiviert und warum Sie morgens aufstehen.


  • Wofür ich bezahlt werde


Beim letzten Kreis ist ein besonders realistischer Blick gefragt. Hier halten Sie fest, wofür Sie aktuell bezahlt werden beziehungsweise welche Aufgaben und Verantwortlichkeiten zu Ihrem Beruf gehören. Dadurch können Sie erkennen, ob Ihre derzeitige Tätigkeit mit Ihren Werten, Interessen und Fähigkeiten übereinstimmt oder ob es möglicherweise Diskrepanzen gibt.


Sobald die vier Hauptkreise ausgefüllt sind, müssen Sie nur noch die Verbindungen zwischen ihnen ableiten (siehe Abbildung). Zum Beispiel ist die Schnittmenge zwischen dem, was Sie lieben, und dem, worin Sie gut sind, Ihre Leidenschaft. Die Schnittmenge zwischen dem, was die Welt braucht, und dem, wofür Sie bezahlt werden, wird als Ihre Mission bezeichnet.


Ikigai ist dann wirklich erreicht, wenn Sie eine Tätigkeit finden, die es Ihnen ermöglicht, gleichzeitig das zu tun, was Sie lieben, der Welt Gutes zu tun, Anerkennung zu finden und davon leben zu können.



So finden Sie Ihre wahre Balance im Alltag!


Um Sie bei diesem Prozess zu unterstützen, finden Sie nachfolgend ein Beispiel für ein bereits ausgefülltes Ikigai-Diagramm.


Quelle: LinkedIn



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